Ein klar gefasster Schulhof beschreibt die Nahtstelle von schulischem und öffentlichem Leben, verdeutlicht den Gemeinschaftsgedanken und ermöglicht eine klimatisch geschützte Außennutzung in den Pausen und bei Schulfesten
 

Umbau und Erweiterung einer Haupt- und Realschule zur Oberschule

 

Bauherr

Landkreis Soltau-Fallingbostel


Projektadresse

Ostdeutsche Allee 1

29664 Walsrode


Platzierung im Wettbewerb  1. Preis

Leistungsphasen  1 - 8

BGF  12000m²

BRI  44000m³

Baubeginn  11/2010

Fertigstellung  11/2012


Mitarbeiter

Kerstin Reuter

Matthias Bettmann

 

Zusätzliches

Wettbewerbe Aktuell 12/2005

Fotos: Wolfram Reuter

P1211       Oberschule Walsrode


Idee: gefasster Schulhof als Nahtstelle von schulischem und öffentlichem Leben

Walsrode, Niedersachsen, Deutschland

1. Preis beim Wettbewerb 2005 coop. Renzo Fazzini - Firenze


Welche Wirkung hatte der Ort auf den Entwurf?

Unsere Antwort auf den bestehenden Ort beruht auf der Idee der unmissverständlichen Raumbildung. Das neue Gebäudekarree im Schwerpunkt der Gesamtanlage schafft die sinnvolle funktionale Erweiterung von Haupt - und Realschule und schafft durch seine räumliche Kraft und Eindeutigkeit eine übergeordnete Identität und eindeutige Orientierung.

 

Ein klar gefasster Schulhof beschreibt die Nahtstelle von schulischem und öffentlichem Leben, verdeutlicht den Gemeinschaftsgedanken und ermöglicht eine klimatisch geschützte Außennutzung in den Pausen und bei Schulfesten. Der Innenhof öffnet sich mit großzügiger Geste zur Schulpromenade. Hier befinden sich die überdachten Pausenbereiche und Zugänge zur zentral gelegenen Funktionen, wie Verwaltung, Mensa, Veranstaltungsbereich und Bibliothek. Der Ganztagesbereich mit Mensa, Aula und musischen Räumen wird zu einem unverwechselbaren Bestandteil des fließenden Grünzuges entwickelt und in die vorhandene Topographie eingeschrieben. Begrünte Dächer werden zur 5. Fassade und führen zur Verschmelzung des natürlichen und artefiziellen Ortes. Flure und Galerien bilden die Nahtstelle von Alt und Neu und schaffen durch ihr Raumangebot großzügige Kommunikationsbereiche mit Aussicht in die Flusslandschaft der nahe liegenden Bäume und die Pausenhöfe.





Welche Funktionen müssen Neu- und Altbau erfüllen?

Bereits vorhandene Freibereiche und Zugänge werden erhalten und um die Attraktivität eines geschützten Innenhofes mit kleiner Theaterarena (Außenzugang zur Musikbühne), sowie einer Schulpromenade erweitert. Zusammen mit den Fluren, den zuschaltbaren Flächen von Musik-Aula, und Mensa und den überdachten Außenbereichen entstehen somit vielseitig nutzbare Pausen- und Aufenthaltsflächen. Die Andienung der Mensa, der Verwaltung und Sonderräume erfolgt auf kurzem Wege über den bestehenden Parkplatz mit Busvorfahrt.

Welche Besonderheiten hinsichtlich Konstruktion und Material zeichnen Ihren Vorschlag aus?

Bedeutsam für den Entwurf ist uns die gestaltungsübergreifende Materialwahl von Bestand und Neubau. Anthrazitfarbene Ziegelfassaden ordnen sich durch farbliche Zurückhaltung den roten Ziegelfassaden der Schule unter und verdeutlichen dennoch die räumliche Verbundenheit des neuen Gebäudekarrees. Die bestehenden Treppenhäuser wurden größtenteils in das neue Erschließungssystem integriert und befinden sich als Tageslichtfugen am Ende der neuen Flurachsen. Rote Ziegelfassaden, Fenster und Ziegeldach blieben vollständig erhalten. Die Atmosphäre der Innenräume wird geprägt durch die Verwendung von natürlichen Materialien wie Putz, Beton und Glas. Gedacht wurde an die formale Zurückhaltung und Einfachheit der Bauelemente, eines zurückhaltenden Farbeinsatzes und der Grundidee den Schülern größtmöglichen Gestaltungs- und Aneignungsraumraum zu belassen.


 

Eckfenster
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